Reggia di Caserta

 

 

Reggia di Caserta

Der barocke Königspalast von Caserta (ital. Palazzo Reale, auch Reggia di Caserta) im italienischen Ort Caserta, etwa 40 Kilometer nördlich von Neapel, ist eines der größten Schlösser Europas und wurde als Residenz der Bourbonen für deren Herrschaft über die Königreiche Neapel und Sizilien errichtet. Der Bau begann 1751 unter Karl VII. nach den Plänen Luigi Vanvitellis und wurde unter Karls Sohn Ferdinand im Wesentlichen beendet. Seit Dezember 1997 gehört der Palast zum UNESCO-Welterbe.

Für den Bau des Palastes ließ sich Karl VII. durch das Schloss von Versailles, aber auch durch den Palacio Real von La Granja in seiner Heimat Spanien inspirieren. Der Versailler Palast diente damals als unbedingtes Vorbild für Schlösser in ganz Europa und fand sich in den mächtigen, gleichförmig strukturierten Fassaden von Caserta wieder, während die Anklänge an La Granja – vor allem in den Gärten – den König an seine Heimat erinnern sollten. Der Architekt Vanvitelli entwarf einen riesenhaften Bau von rechteckigem Grundriss mit Seitenlängen von 247 und 184 Metern, und einer Höhe von 38 Metern. Er wird kreuzförmig von zwei inneren Flügeln durchbrochen und gibt dem Palast damit vier große Innenhöfe. Einige seiner Mauern sind über 5,5 Meter dick. Im Inneren des Schlosses gibt es Platz für mehr als 1200 Räume, und die Fassaden sind von 1970 Fenstern durchbrochen. Die Stadt- und die Gartenseite des Palastes wurden mit Portalen in der Form von Triumphbögen betont. Der Stadtseite wurde ein ovaler Platz vorgelagert, der von niedrigen Seitengebäuden gerahmt werden sollte.

Die Schlosskapelle hat große Ähnlichkeit mit der Kapelle des Schlosses von Versailles. Sie besitzt einen rechteckigen Grundriss und ein Tonnengewölbe. Das Gemälde über dem Altar stammt von Giuseppe Bonito.

Um die königlichen Appartements betreten zu können, muss der Besucher zuerst drei große, hintereinander gelegene Säle durchqueren. Der erste Saal der Hellebardiere besitzt ein Deckenfresko von Tommaso Bucciano. Ihm schließt sich der Saal der Leibgarde mit seinem durch Stuckaturen und Arabesken verzierten Deckengewölbe an. Dahinter befindet sich der Saal des Alexander, dessen wertvolle Marmorverkleidung teilweise aus dem Serapistempel von Pozzuoli stammt.

Gleichzeitig mit dem Palast wurde der riesige, gut 100 Hektar[5] große Schlosspark begonnen. Abweichend vom Vorbild Versailles wünschte Karl VII. einen Garten, der ihn an seine Heimat Spanien erinnern sollte, und so wurde der Berghang in Caserta großflächig in den Park integriert, wie Karl es in kleinerem Maßstab vom Schloss in La Granja kannte. Der Barockgarten wurde als Bergpark konzipiert und besitzt eine mittige Sichtachse von drei Kilometern Länge, die von der nördlichen Gartenseite des Schlosses auf den Hang führt. Sie wurde mit Wasserbassins, Brunnen und Kaskaden ausgestattet. Gerade die zahlreichen Wasserfälle und Kaskaden hatten jedoch nicht nur einen ästhetischen Zweck, sondern dienten auch dazu, die Neigung des Bodens auszugleichen.

Der Königspalast und die Gärten können besichtigt werden. Informationen und Oeffnungszeiten (auch auf deutsch) finden Sie im Internet.